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PN's Forum \ Kommunikation \ Netzwerke \ Einrichten eines FTP Servers


 Poison Nuke  *

#1 Verfasst am 14.01.2008, um 14:14:56



Da dieses Thema teilweise doch recht komplex ist und für einen Einsteiger das einrichten eines FTP Servers schnell zum Verzweifeln führen kann, hier mal eine kurze Anleitung, wie man einen FTP Server schnell zum funktionieren bekommt.



1. Software

als erstes braucht man natürlich eine FTP-Serversoftware, die alles ermöglicht.
Ich nutze dazu die frei erhältliche Software

FileZilla Server

da es dazu keinen dauerhaft festen Downloadlink gibt, einfach bei Google danach suchen, da findet ihr normalerweise als erstes oder zweites gleich einen passenden Link :prost



2. Zugriff auf die Serverkonfiguration

Da der FTP Server selbst normalerweise im Hintergrund arbeitet, gibt es eine extra Software, mit der man den Server einrichten kann.
Bei FileZilla Server ist dies ein extra Konfigurationtool.
Da der Server normalerweise auf dem Rechner läuft, an dem man gerade arbeitet, gibt man bei dem Verbindungsdialog die Adresse vom Localhost ein (127.0.0.1). Damit verbindet die Software auf den Server, der auf dem eigenen Rechner läuft. Solang man noch kein Passwort eingestellt hat, braucht man da auch keins eingeben :prost





3. Grundlegende Servereinstellungen

Unter dem Menüpunkt Edit - Settings kann man nun erstmal grundlegend den Server einstellen.
Wichtig ist dabei vorallem die Anzahl, wieviele User gleichzeitig auf den Server zugreifen dürfen (Max number of Users. Dabei ist aber auch zu beachten, dass der FileZilla - Client teilweise 2 Verbindungen braucht, um arbeiten zu können, wenn man also auf max. 1 User begrenzt, dann kann es sein, dass keiner mehr was hoch- oder runterladen kann.

Auf der linken Seite kann man dann nun noch weitere Optionsfelder auswählen, so z.B. die Welcome Message. Die sieht der User aber im Normalfall kaum, da sie im FTP Client im Statusfenster als grüner Text mitsamt den anderen Meldungen angezeigt wird. Aber als kleiner Gag kann man da halt trotzdem seinen Namen oder so reinschreiben, damit der andere im Bedarfsfalle prüfen kann, ob er zum richtigen Server verbunden ist.

Die nächste Option IP-Bindings ist nur dann interessant, wenn man mehrere Netzwerkschnittstellen hat und man nicht möchte, dass User aus allen Netzwerken auf einen zugreifen können, sondern nur aus ein paar bestimmten.

In den Security settings kann man einstellen, ob der Server FXP und Bouncing zulassen soll. Normalerweise ist das deaktiviert, aber unter Umständen kann es sogar sehr nützlich sein, z.B. wenn man selbst zwei FTP Server im Internet hat und von zu Hause aus Daten von dem einen auf den anderen Server schieben will. Im Normalfall müsste man nun über seine eigene langsame Verbindung erst die Daten von dem einen runterladen und dann wieder auf den anderen hochladen. Über FXP kann man aber sagen, dass der eine FTP Server seine Daten direkt an den anderen schicken soll, was im Internet normalerweise bedeutend schneller geht wie über die eigene Leitung.

Unter Admin Interface Settings kann man festlegen, auf welchen Port und über welche IP Adresse und mit welchem Passwort man zur Konfiguration zugreifen kann. Vorsicht, wenn man von einem anderen PC aus den Server einstellt kann man sich hier leicht aussperren.

Die restlichen Optionen sind für den normalen Betrieb nicht wichtig.



4. Benutzereinrichtung

Kommen wir jetzt zum wichtigsten Teil, den Benutzern.
Bei einem FTP Server MUSS ein Benutzer eingerichtet sein, über den sich andere User dann am Server anmelden können. Bei dem Benutzer ist eingestellt, in welchem Verzeichnis er Zugriff hat, welche Rechte er hat und einige andere Optionen.
Es ist zwar möglich, bei einem FTP Server auch den anonymen Login zu erlauben, dies ist aber unter keinen Umständen zu empfehlen, denn so kann jeder im Internet auf den Server zugreifen und ihn unter Umständen für illegale Aktionen missbrauchen.
Daher sollte man ausschließlich Benutzerkonten mit starken Passwörtern verwenden, sodass keiner einfach so auf den Server zugreifen kann.

Um einen Benutzer einzurichten, im Server-Interface auf Edit - Users klicken.



Auf der rechten Seite nun zuerst auf Add klicken. Dann den gewünschen Benutzernamen eingeben und Groups erstmal auf None lassen.
Danach sollte dieser Benutzer markiert sein. Wenn er das ist, kann man in der Mitte einstellen, welches Passwort der User bekommen soll. Ansonsten muss man hier erstmal nichts weiter einstellen.

Wichtig ist nun auf der linken Seite Shared folders. Hier stellt man nun ein, auf welches Verzeichnis der ausgewählte Benutzer Zugriff hat. In der Mitte klickt man dazu nun auf Add und wählt den Ordner aus, auf den der Benutzer Zugriff bekommen soll. Dies sollte möglichst kein Ordner sein, der noch viele weitere Unterordner hat, denn die kann der Benutzer dann alle sehen.
Wenn das geschehen ist, kann man rechts auswählen, was der Benutzer alles machen darf:

Files
Read - Dateien auflisten und herunterladen
Write - Dateien hochladen
Delete - Dateien löschen
Append - abgebrochenden Download/Upload fortsetzen

Directories
Create - Unterordner erstellen
Delete - Unterordner löschen
List - Unterordner anzeigen/nicht anzeigen
+Subdirs - Optionen gelten auch für alle weiteren Unterordner, die in den eigentlichen Unterordnern drin sind.




Ab nun sollte ein Nutzer bereits auf den Server zugreifen können und die erlaubten Aktionen ausführen können.

Die weiter oben genannten Gruppen, die man ebenfalls einstellen kann, dienen nur dazu, wenn man viele Nutzer verwalten will. Dann kann man eine Gruppe einrichten, die bestimmte Optionen bekommt und wenn man dann einen neuen Nutzer erstellt brauch man den lediglich nur noch der Gruppe zuweisen und ein Passwort geben. Und sollte man Änderungen an den Rechten vornehmen wollten, macht man das bei der Gruppe und die Änderungen sind dann für alle Nutzer, die Mitglied sind, wirksam.



5. Verwendung eines Servers in einem Heimnetzwerk

Da nicht jeder wie ich einen eigenen Server im Internet hat, sondern meist nur den eigenen Heimrechner zuhause, der über ein DSL-Router Verbindung nach draußen hat, müssen wir hier noch einige weitere Optionen einstellen. Und zwar nicht am Server, sondern am Router.
Denn das Problem beim Internetzugang über einen Router ist jenes, dass dieser zwar Anfragen von innen nach außen problemlos weiterleitet, aber ohne weitere Optionen werden Anfragen von draußen nicht ins Netzwerk weitergereicht. Das liegt ganz einfach daran, weil durch das sog. "NAT" der Router das Netzwerk nach außen unsichbar macht, der Router selbst ist für alle Rechner im Internet das letzte Glied in der Nachrichtenkette.

Dies ist natürlich hinderlich, wenn man nun auf einen FTP Server zugreifen will, der in einem Heimnetzwerk steht. Man muss also dem Router sagen, dass er bestimmte Anfragen von draußen an einen bestimmten Rechner im Netzwerk weiterreichen soll. Diese Option wird Port-Forwarding, bzw Port-Weiterleitung genannt.
Irgendwo in den Optionen des Routers sollte es einen Bereich geben, wo man das einstellen kann. Bei D-Link heißt der Bereich z.B. "virtual Server". Dort stellt man folgendes ein:

Port: 21
IP-Adresse: die fest eingestellte IP Adresse von dem PC, auf dem der FTP Server installiert ist


Damit nun ein Nutzer von außerhalb auf den FTP Server zugreifen kann, muss er natürlich auch noch die Adresse vom Router kennen. Da sich diese alle 24h ändert, muss man also den Benutzern immer die aktuelle Adresse mitteilen, oder man richtet sich bei www.dyndns.org eine dynamische Adresse ein, welche aber dann regelmäßig vom Router aktualisiert werden muss (dieser sollte eine Option für dyndns anbieten).


greetz
Poison Nuke

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