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PN's Forum \ weitere interessante Themen \ Fahrräder \ Einzelkomponenten \ Erfahrungsberichte: Vollgummischläuche


 Poison Nuke  *

#1 Verfasst am 13.01.2009, um 22:39:50



Hallo,

da mir diese ganzen Reifenpannen beim Fahrrad einfach ultra auf den Senkel gingen (pro Jahr 10-15x einen Platten....und wenn man in der Stadt unterwegs ist hat man normalerweise nix dabei, also schieben bis nach Hause :cut), hab ich mich jetzt mal entschieden, Vollgummischläuche zu testen.


Vielversprechend sind sie ja, weil sie aus einem Schaumstoff bestehen, der nicht hart wie Gummi ist, aber dennoch auch nicht so einfach zerstörbar ist.
Zudem sie mit 10€ pro Stück nicht so viel kosten.

Also bei eBay zwei Stück bestellt. Ich hatte der Verkäuferin da zwar angegeben, dass ich 2,1" Reifen habe und daher Schläuche für diese Größe benötige, aber sie war der Meinung, die 1,9" Schläuche würden ja auch reichen....ähm hallo...man muss ja nichtmal Ahnung von Fahrrädern haben um zu wissen, dass das Schwachsinn ist...Vollgummischläuche sind nämlich trotzdem nicht dehnbar, sonst wären sie ja viel zu weich :.

Das Problem war jetzt halt, dass maximal 1,9" von den Teilen lieferbar sind und mit einem 2,1" Mantel geht das schlecht. Also mussten 1,9" Mäntel her und das ist gar nicht so einfach, weil die gar nicht mehr so wirklich produziert werden. Nach 2 Wochen Wartezeit hatte mein Händler dann endlich welche vor Ort, ok weil beim ersten Versuch was nicht geklappt hatte mit dem Lieferranten.


Heute waren endlich die Mäntel da :hail
hier im Bild sieht man ein komplettes Rad und daneben den Vollgummischlauch und den neuen Mantel dahinter:



ok, gleich rangemacht und die alten Reifen runter und neue drauf....und uff, das ist schwerer gewesen als gedacht :cut
im ersten Schritt den Mantel auf die Felge und den Schlauch in den Mantel geht noch ganz gut



aber dann den Vollgummischlauch auf die Felge ziehen 8o
also mit der Hand geht das fast gar nicht mehr, mit viel Kraft konnte man den bis zu 3/4 draufschieben und für den Rest musste man dann schon Hilfe von dem Reifenwechselwerkzeug in Anspruch nehmen


jetzt kommt aber der erst wirklich heftige Teil, den Mantel von der anderen Seite reinmachen. Bei normalen Luftschläuchen hat man an der Stelle noch recht wenig Luft drin und damit viel Spielraum in der Felge, vorallem um den Luftschlauch auch sauber auszurichten, damit der sich nirgendwo einklemmt. Da geht das in wenigen Sekunden, den Mantel komplett aufzuziehen.
Aber bei dem Vollgummischlauch hat man ja schon einen sozusagen voll aufgepumpten Schlauch. Und da jetzt noch den Mantel zwischen Felgenrand und Schlauch zu pressen...boah.
Am Anfang hatte ich es mit 3 von diesen Werkzeugen gemacht...die sind aber aus Plastik und beim ersten Reifen ist mir eins abgebrochen, weil es die nötige Gewalt nicht ausgehalten hat.
Einfach wie beim normalen Luftschlauch das Teil ansetzen und einmal rundrumziehen ist unmöglich, der Gegendruck ist zu gigantisch groß.
Man musste daher immer alle paar cm ansetzen und den Mantel reinhebeln.



nur ab der Hälfte war die Spannung so groß, dass selbst die im Bild sichtbaren Schraubenzieher sich verbogen haben beim reinhebeln


aber am Ende war es doch geschafft *uff*


nur ich glaube den Mantel bekomm ich nie wieder da raus, wenn ich ihn nicht gerade rausschneide :L
vorallem hat die Felge ja auch etwas gelitten, da kann man nun sicher keinen Luftschlauch mehr reinmachen, weil durch die Schraubenzieher sicher ein paar Grate entstanden sind. Aber bei Vollgummi ists ja egal :D


beim "Sprungtest", also Rad runterfallen lassen und schauen wie es springt, war ich erstmal etwas enttäuscht, das plumpst ja fast trocken runter und kommt kaum nochmal hoch, mit einem Luftschlauch hopst es ja shcon noch ein wenig. Etwas schwerer ist das ganze verständlicherweise auch...hab leider vergessen die Vollgummischläuche auf die Küchenwaage zu legen, aber ich schätze mal so ca. 500g ungefähr könnten das pro Schlauch sein. Also deutlich mehr als ein Luftschlauch ists schon.


So, nach dem Einbau ins Bike gleich mal ein paar Runden gedreht...obwohl das Wetter nicht so passend ist, verdammtes Blitzeis :L
Aber ich war doch positiv überrascht. Die ersten 100m ging es über schön holpriges Pflaster und da ich keine Federung hinten habe, war das ja gleich mal der ultimative Test, wie hart die sind. Und es war doch wesentlich weicher als gedacht, also man merkte zwar die Steine noch ein bissle, aber es war sogar weicher als wenn ich meine Reifen früher mal wieder so richtig vollgeballert habe mit 4,5bar oder mehr.


Auf der normalen Straße fuhr es sich sogar erstaunlich gut.
Ich werden mal morgen auf meinem normalen Weg zur Arbeit das ganze weiter testen...wenn die Straßenverhältnisse überhaupt das Fahren zulassen, eventuell ist morgen hier alles voller Blitzeis und dann wirds wohl eh nix mit fahren:D


greetz
Poison Nuke

endurance

#2 Verfasst am 13.01.2009, um 22:45:45



Da bin ich jetzt aber auch mal gespannt. Ich habe Aufgrund des Pannenfrusts irgendwann auch UST umgerüstet - mit schlauch versteht sich und den habe ich dann noch ein wenig mit Latex milch gefüllt. Wie erwartet NULL Platte durch Dornen mehr. Hauptnachteil Gewicht. Zeitlang hatte ich auch mal UST pur getestet war damit aber nicht so glücklich, da doch schon gerne mal Luft zwischen Felge und Mantel entweicht (bei entsprechender Fahrweise mit wenig Luftdruck).


http://www.mtb-la-palma.de

 Poison Nuke  *

#3 Verfasst am 13.01.2009, um 22:48:45



UST?
Diese Bezeichnung ist mir im MTB Forum noch gar nicht untergekommen :X
ist damit Tubeless gemeint? Weil du schreibst mit Schlauch... :?


greetz
Poison Nuke

bearbeitet von Poison Nuke, am 13.01.2009, um: 22:48:57


endurance

#4 Verfasst am 13.01.2009, um 23:56:20



UST == Mavic Schlauchlossystem - der begriff ist eigentlich üblich - oder meinst Du der Begriff ist hier im Forum verpönt?

Ich habe das mit dem Schlauch ja gerade wegen dem Schlauchlosmantel so betont. D.h. schlauchlosmantel mit schlauch und Latex -> keinen Platten mehr. Das Latex zeuchs direkt in den Mantel wie man es überlicherweise macht ist mir eine viel zu große schmiererrei. Und die 5€ für den schlauch den man dann nach einem jahr entsorgen kann sind mir mom. egal.



http://www.mtb-la-palma.de

 Poison Nuke  *

#5 Verfasst am 14.01.2009, um 09:28:29



achso, das ist natürlich auch keine schlechte idee. Aber irgendwie finde ich Tubeless nicht so wirklich überzeugend, also rein auf das würde ich nie setzen :D

PS: nö, UST ist nicht verpöhnt, habs halt nur noch nie gelesen...und meinte auch das IBC Forum, da bin ich ja ab und an auch mal unterwegs 8)



Hab jetzt auch die erste längere Strecke hinter mir, der Weg auf Arbeit, ca. 11km durch die Stadt mit allem drum und dran (Pflaster, Schlaglöcher usw).

Also da ich gestern die Reifen im haus montiert hatte, hatten sie Raumtemperatur, daher waren sie gestern abend noch relativ weich...heute hatten sie -10°C und doch noch etwas härter:D
vergleichbar mit 5bar auf normalen Reifne. Noch nicht so hart wie ein Rennrad, aber schon...nunja, aber es fährt sich doch echt geil :hail


greetz
Poison Nuke

bearbeitet von Poison Nuke, am 14.01.2009, um: 09:30:06


 Poison Nuke  *

#6 Verfasst am 20.01.2009, um 22:02:42



Ich bin jetzt die letzten Tage jeden Tag mit den Reifen zur Arbeit gefahren und heute war auch endlich mal kein Glatteis gewesen, sodass ich auch mal etwas schneller und kurvenreicher fahren konnte :Twisted 8)


Für mich steht fest: NIE WIEDER Luftschläuche:hail


Das geilste ist vorallem, das Laufgeräusch ist extrem gering. Ich habe aktuell fast genau das gleiche Profil wie vorher, aber im Vergleich zu vorher ist sogut wie NICHTS (!) vom Rad zu hören. Wenn ich berab auf Asphalt rolle, dann frag ich mich schon fast, wo das BIke ist, weil man es nicht hört.

Es scheint wohl so zu sein, dass der Schaumstoff auch gleichzeitig wie in der Akustik ein guter Schallabsorber ist.

Auch das sonstige Fahrverhalten gefällt mir super, auch extreme Kurven gehen super, Bordsteinkanten schlucken die auch sehr gut weg, selbst man man zu faul ist, den Hintern zu heben...bei normalen Reifen hätte man da fast einen "Snake-bit", aber hier geht es einwandfrei, man muss eher auf die Felge aufpassen, aber ich denke dann merkt man es auch am Hintern :L



Der einzige Nachteil bisher aus meiner Sicht, den sie zu haben scheinen, ist eben der Reifenwechsel, wenn das Profil runter ist, aber dafür NIEMALS mehr einen Platten :hail
Ich denke das kompensiert wohl den hohen Aufwand. Weil wenn ich mir überlege, wie oft ich die Reifen vorher drauf hatte, wo ich nur den Schlauch wechseln musste. Pro Reifen waren das durchaus so 3-4 Schläuche teilweise gewesen.



Und beim MTB ist es halt auch blöd, es gibt sie nur in 1,9", also Schmalspurreifen (auf Asphalt durchaus von Vorteil), aber 2,5" bis 3,0" scheint es wohl nicht zu geben. Andererseits ist im ruppigen Gelänge eh etwas weniger Reifendruck teilweise nötig und dann wären diese harten Schläuche weniger geeignet.


greetz
Poison Nuke

 Poison Nuke  *

#7 Verfasst am 23.03.2009, um 22:12:29



so, nach längerem Fahren mit den Reifen (noch kein Platter bisher :.:D ) nun ein doch etwas ernüchternder Erfahrungsbericht.


Also grundlegend sind sie schon geil die Reifen, wie schon vorher geschrieben, mein Fahrrad ist fast lautlos, also wenn ich von hinten an Passenten ranfahre, dann bekommen die das echt null mit, auch wenn es gerade sehr ruhig in der Umgebung ist.



Allerdings haben die Reifen einen gigantomanisch großen Nachteil, der mir erst jetzt so langsam auffällt:

ich dachte bisher immer, meine Kondition hätte übel nachgelassen, weil ich statt 15min auf Arbeit nun aufeinmal 35 min brauchte und ich trotzdem am Ende noch keuchte und auch so das Schnellfahren wie bisher ging fast gar nicht. Aber da ich eine lange Zeit kein Fahrrad gefahren bin, dachte ich mir halt nix dabei und schob es auf meine miese Kondition.

Naja, als ich dann vor ein paar Tagen mein Bike nicht mithatte und schnell etwas holen musste, nahm ich das Bike von einem Kollegen, das mit schön hart aufgepumpten Luftreifen unterwegs ist.....
und ich dachte ich spinne!:L
also das fuhr sich aufeinmal, als hätte ich da Raketen hinten dran oder so, ich hab da sogar auf ner Hauptverkehrstraßen ein paar Autos überholt...die waren einfach zu langsam :D:D


Und als ich das mit meinem Bike genauer beobachtete stellte ich auch fest, wenn ich mich bergab bei so 5% Gefälle oder so rollen lasse, dann werde ich OHNE Gegenwind langsamer :cut
zum Test, ob die Bremsen nicht vllt schleifen, hab ich die Räder in der Luft mal ausdrehen lassen, da drehten die sich ne halbe Ewigkeit, also an Bremse oder so kann es definitiv nicht liegen.


Der Schaumstoff aborbiert also einfach haufenweise Energie, das was den Reifen so extrem laufruhig macht, sorgt auch dafür, dass man kaum vorran kommt, weil der Rollwiederstand ultra hoch ist.


Und nach nun bald 9 Wochen, die ich jeden Tag damit fahre, scheint auch irgendwie das Hinterrad an "Druck" zu verlieren, also der Schaumstoff scheint weicher zu werden und dabei haben wir fast noch Minusgrade also Tempereaturmäßig ist es identisch wie vor ein paar Wochen. Und mittlerweile wird es selbst bei meinem Fliegengewicht mit gerade 80kg schon teilweise interssant, es schwimmt ein bissle.



Obwohl mich der hohe Rollwiederstand eher ankäst. Sagen wir mal so, wenn ich es nicht eilig habe, geht es sogar, der Rollwiederstand wird erst dann heftig, wenn man schnell fahren will, weil je schneller man fahren will, desto höher der Rollwiederstand.


Lustig war ein Kollege von mir...er hat sich das Bike mal ausgeliehen um die 500m zum andern RZ zu fahren und wieder zurück. Ich fahre das recht entspannt in wenigen Minuten und danach ist nichtmal mein Puls wirklich hochgegangen. Naja...er kam da nach etwas längerer Zeit zurück...komplett durchgeschwitzt und keuchenderweise :.:D:D:D



also doch gar nicht so schlecht meine KOndition 8)


greetz
Poison Nuke

_Floh_

#8 Verfasst am 27.03.2009, um 07:46:10



Moin Poison.

Ich hab bis jetzt recht gute Erfahrungen mit den Marathon Reifen von Schwalbe gemacht.

Nachdem ich auch täglich mit´m Rad zur Schule fahre hatte ich auch einige Probleme mit Glasscherben und Co. Seit letztem Jahr fahre ich deswegen einen Marathon von Schwalbe (k.A. Welcher). Seit einem knappen Jahr hatte ich kein einziges Loch mehr im Reifen. Außerdem Rollen die Dinger wirklich sehr schön ab.

Für dich wäre wohl der Marathon Cross oder Extreme einen Blick Wert ;)

Die haben sogar etwas, dass man Ansatzweiße als Profil bezeichnen kann, was bei meinen, eher für den täglichen Einkauf gedachten Reifen, im etwas härteren Gelände durch zu wenig Grip recht negativ bemerkbar macht. Meistens fällt dass zwar nicht so auf, aber wenn´s darauf ankommt, fehlt da einfach was.

Vielleicht läuft dass beim Cross oder Marathon Extreme besser?

Mfg Flo.



 Poison Nuke  *

#9 Verfasst am 27.03.2009, um 08:32:45



die Marathon ATB hatte ich mal eine zeitlang drauf, bis auch bei denen ein Loch war:L

andererseits hatten sie schon relativ lange gehalten, stimmt, aber ich wollte jetzt halt erstmal die Vollgummireifen testen. An sich ists ja schon geil, man kann durch alles durchfahren und es passiert einfach nix :hail

und im Endeffekt ist es sogar ein gutes Training jeden Tag, weil jeden Tag 30-35min Ausdauersport ist besser wie nur 12-15min kurzbelastung:X

mal schauen, ich lass die aktuell solange drauf wie es geht, hab ehrlichgesagt vorerst keine Lust wieder zu wechseln 8)

und wenn, dan werde ich mir die mal anschauen, gibt ja auch noch andere extreme Reifen, wo man 5mm Spezialgummig hat, der extrem fest ist, kosten allerdings auch 40€ oder so pro Stück. Werden allerdings auch bei wirklich großen Marathon Fahrten eingesetzt.


greetz
Poison Nuke

_Floh_

#10 Verfasst am 27.03.2009, um 14:36:40



Naja, ein Loch ist doch garnix...

Dass hatte ich beim Marathon auch schon (hat aber warscheinlich jemand reingemacht, der Scherben war zu groß...), davor war ich wöchentlich am flicken.

Den Marathon Extrem muss ich dieses Jahr mal ausprobieren, meiner hat mir zu wenig Profil, für die Straße geht der zwar wie die Sau, aber im Gelände leider nicht.

Problematisch bei deinen Gummischläuchen ist halt, dass es dir den Mantel außenrum richtig schön durchlöchert und den Schlau erwischt es wohl auch teilweise.

Bei ´nem Marathon kommt es schon sehr selten vor, dass überhaupt was drin stecken bleibt, dass es durch geht ist schon beinahe unmöglich.

Wenn der Rollwiderstand so extrem negativ beeinflusst wird, wäre dass zumindest für mich nix...

Unter 25 km/h macht mir das Fahren einfach keinen Spass ;)



Daedalus

#11 Verfasst am 30.08.2009, um 19:03:47



Hallo Poison Nuke,

ich habe mir auch Vollgummischläuche gekauft und stehe nun vor dem gleichen Rätsel.

Zu meiner Erfahrung:

Vor über einem Monat habe ich mitten auf einer Fahrradtour einen Platten bekommen, offenbar weil ich mit Vollspeed von einer Asphaltstraße in einen Schotterweg reingefahren bin und ein spitzes Steinchen wohl so unglücklich da lag dass es den Mantel durchgeschlagen hat. Es war alles sehr ärgerlich, vor allem weil ich infolge des platten Reifens die unmittelbar folgende Kurve nicht mehr bekommen habe und im Feld gelandet bin. Das hat dann auch noch eine Tretkurbel verbogen.

Jedenfalls, das hat mich so extrem geärgert dass ich mich entschlossen habe, das Problem an der Wurzel zu packen. Von Kevlar-Einlagen und dem sog. "Pannenschutz" war ich nicht überzeugt genug und habe deswegen von vollgummi.com die Vollgummischläuche bestellt.

Der Einbau lief relativ problemlos, besonders weil man beim Aufziehen des Reifens durchaus Hebelkräfte anwenden kann ohne befürchten zu müssen, dass man dabei ein Loch in den Schlauch sticht. Habe halt einen 30cm langen Schraubenzieher genommen, der hatte eine gute Hebelwirkung.

Vom Fahrgefühl war ich ebenfalls erst positiv beeindruckt, ich habe sogar das Gefühl dass die Federwirkung (zusammen mit der Gabel- und Sattelfederung) besser ist als bei einem mit 4 Bar aufgepumpten Normalschlauch. Das ist ja schließlich auch Spezialgummi, kein Hartgummi. Mit dem Rollwiderstand habe ich aber exakt die gleiche Erfahrung wie du: Ich komme kaum über 20 km/h und bin total verschwitzt nach der Fahrt ^^. Und irgendwie rollt das Fahrrad nicht mehr so gut aus, man muss immer treten weil es sonst sehr schnell zum Stillstand kommt...

Nun, ich habe alles überprüft: Wenn man das Fahrrad aufn Kopf stellt und die Räder dreht, drehen die sich ewig weiter... Habe nämlich auch vermutet dass ich beim Montieren die Bremse verstellt habe oder so - ist nicht der Fall. Ich kann mir nicht erklären, wo der Rollwiderstand herkommt! Meine Erfahrung bei Normalschläuchen ist nämlich, dass sich das Fahrrad viel leichter fahren lässt wenn sie hart aufgepumpt sind. Ist ja auch logisch, da dann weniger Reibung durch die geringe Bodenkontaktfläche entsteht. Eigentlich muss es bei den Vollgummischläuchen genauso sein! Und ich kann mir echt nicht vorstellen, dass es am Gewicht liegt... Viele Fahrräder haben ja auch solche Abdeckungen für die Speichen, richtig dicke Reifen oder andere Dinge am Rad, die das Gewicht erhöhen. Und soo viel mehr wiegen die Schläuche auch wieder nicht.

Was verursacht bitte diesen Rollwiderstand? Bist du da inzwischen vielleicht ins Detail gegangen? Es muss sich um irgendein extrem komplexes physikalisches Phänomen handeln, aber vielleicht kann man da mit irgendeinem Trick entgegenwirken wenn man weiss was los ist. Die Vollgummischläuche sind zwar total geil, aber das mit dem Rollwiderstand ist schon stressig... Vor allem wenn man z.B. mit einer Gruppe von Leuten unterwegs ist, die dann alle leichtfüßig ihre 25 km/h fahren. Ich kann im Moment nur mit etwas älteren Herrschaften mithalten...

Und wie ist nun deine weitere Erfahrung in den letzten Monaten gewesen? Deinen Forumthread habe ich übrigens bei meiner Google-Odysee gefunden :D



 Poison Nuke  *

#12 Verfasst am 30.08.2009, um 19:51:01



hallo und willkommen 8)

also ich bin schon relativ früh auf die Ursache gekommen, hab das auch weiter oben schon beschrieben gehabt:


Zitat:
Der Schaumstoff aborbiert also einfach haufenweise Energie, das was den Reifen so extrem laufruhig macht, sorgt auch dafür, dass man kaum vorran kommt, weil der Rollwiederstand ultra hoch ist.




das ist wie bei einem Akustik-Absorber (kannst ja mal auf meiner Hauptseite den Akustikartikel im Bereich Wirkung von Absorbern, Raylightmodell lesen, da steht die Wirkung von porösen Absorbern beschrieben).
Denn der Schaumstoffreifen hat ja sehr viele kleine Luftlöcher. bei einem Absorber ist es nun so, wenn die Luft eindringt dann vergrößert sich die Wandoberfläche massivst und damit entsteht eine massiv hohe Reibung, wodurch die Luftbewegung in Wärme umgewandelt wird und dadurch wird Schall absorbiert.

Hier bei den Reifen ist es so, da sie doch recht weich sind, komprimieren sie stark und da sehr viele "Luftzellen" drin sind, ist da sehr viel Oberfläche die reiben kann bei dem Vorgang, denn wenn der Reifen komprimiert will die Luft raus (und danach wieder rein) und wodurch die Bewegung in Wärme umgewandelt wird. Wenn du mal ne halbe Stunde oder eine Stunde mit hohem Tempo (so 20kmh und mehr) gefahren bist, fass mal deine Reifen an, ich hatte da schon fast angst gehabt das jeden Moment das Gummi schmilzt, es war schon unangenehm warm geworden :L


und die Reifen werden mit der Zeit vorallem immer weicher und absorbieren immer mehr Energie, weil der Schaumstoff sich ja immer weiter eindrückt und damit immer mehr Luftvolumen rein und wieder rauswill. Wenn man einen Schwamm nimmt sieht man das Phänomen ja auch gut...man den Schwamm voll mit Wasser und versuch ihn dann schnell zu komprimieren...du wirst recht viel Kraft brauchen und der kommt dann vorallem nicht so einfach wieder zurück, weil einfach sehr viel von der Energie in Wärme umgewandelt wird.



mittlerweile hab ich mir wieder ein neues BIke gekauft mit schönen 1,4" Marathon XR Reifen, die halten jetzt seit ca. 4 Wochen meinen recht rabiaten Fahrstil aus und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht...mit dem neuen Bike und meiner Kondition durch die Vollgummireifen hab ich auf der Bundesstraße "Wettrennen" mit den Autos gemacht die ja schon mal eben so 60-70 fahren (70 war erlaubt) :L

allerdings nimmt jetzt meine Kondition rapide wieder ab, die ich vorher über ein halbes Jahr mit den Vollgummireifen antrainiert hatte. Also rein vom Training her vermisse ich mein altes Bike schon aber irgendwie nach 6 Monaten war es einfach nicht mehr ertragbar im Schneckentempo auf Arbeit zu fahren, immer total durchgeschwitzt und total kO anzukommen usw.


Aber vllt nehm ich das Bike nochmal her und fahre damit ab und an einfach zum training...aber die Überwindung ist groß :L
weil wenn man einmal bewusst weiß was für ein gigantischer Unterschied das ist zu einem normalen Bike dann will man halt irgendwie einfach nicht mehr mit denen fahren :D


greetz
Poison Nuke

_Floh_

#13 Verfasst am 31.08.2009, um 09:21:19




Poison Nuke schrieb:
mittlerweile hab ich mir wieder ein neues BIke gekauft mit schönen 1,4" Marathon XR Reifen,



Damit wirst du noch viel Spass haben ;)

Wobei es keiner der wirklich Pannensicheren Reifen ist. Der ist nur "Pannengeschützt".

Ich fahre auch einen der Pannengeschützten, in 1,5 Jahren hatte ich nur eine Panne.

Ja, das Jagen der Autos macht schon Freude...



Daedalus

#14 Verfasst am 31.08.2009, um 21:16:28



Vielen Dank für die schnelle Antwort :)

Ja, das mit der Temperatur ist mir auch aufgefallen, besonders beim Hinterrad. Das ergibt nach deiner Erklärung nun auch durchaus Sinn, da das Hinterrad ja das Antriebsrad ist und dort die Kraft übertragen wird... Und es lastet mehr Gewicht drauf. Wo alles Energie verloren gehen kann, wow.

Ich denke aber, dass ich die Schläuche aber trotzdem noch behalte, zumindest bis zum Ende der "Fahrradsaison". Für mich ist das Rad ja auch eher ein Sportgerät, es muss kein 100%ig effizientes Fortbewegungsmittel sein, und der Trainingsfaktor ist eben genau richtig.


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