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PN's Forum \ Grafik \ Fotos und 2D \ Greenscreen


 Poison Nuke  *

#1 Verfasst am 01.05.2010, um 19:45:10



da ich gerade einen Werbefilme drehe und in diesem Film auch für mich erstmals Personen vorkommen sollen, beschäftige ich mich gerade mit den Greenscreen Verfahren zur Aufnahme von Akteuren.


Grundlegend ist das ganze vom Konzept her simpel:


die Akteure spielen vor einem Hintergrund, der komplett eine gleichmäßige Farbe hat, welche nicht bei den Akteuren selbst vorkommt.
Damit ist es möglich, später im POST die Akteure sauber auszuschneiden und auf einen beliebigen Hintergrund zu setzen. Mittels Motion Tracking der Kamera kann dann virtuell auch die Kamerafahrt nachgebildet werden und wenn es gut gemacht wurde sieht es so aus als würden die Schauspieler wirklich in der virtuellen Umgebung spielen.

Es gibt aktuell sogut wie keinen Film mehr wo nicht auf diese Weise gearbeitet wird.


Grün wird daher genommen, weil es sich von dunkleren Farbtönen der Akteure besser abhebt, zudem haben CCD Kameras normalerweise doppelt soviele Grünpixel wie Rot oder Blau Pixel, wodurch eine bessere Farbabstufung erreicht wird, was später beim Keying extrem wichtig ist.


Wichtig ist aber auch, dass der grüne Hintergrund so gleichmäßig wie möglich ist, je geringer die Farbabweichungen sind, desto genauer kann später beim Keying der Vordergrund ausgeschnitten werden. umgedreht, je nachlässiger man beim Filmen war, desto schlechter wird das Ergebnis, weil die Kanten ausfransen oder gar ganze Detail verloren gehen (Haare, Finger usw).

Wichtig ist auch, dass die Schauspieler recht weit weg von der grünen Fläche sind und dass ie von hinten mit einer komplementären Farbe angeleuchtet werden, damit später nichts von dem Grün auf die Schauspieler fällt, was dann zu Farbsäumen führt die nicht in die Szene passen



je gleichmäßiger nun also der Greenscreen ausgeleuchtet ist und je weniger grünes Licht auf die Akteuere fällt und je besser die Aufzeichnungsgeräte sind (wichtig ist vorallem, wieviele Farbinformationen gespeichert werden usw), desto sauberer das Ergebnis und desto einfacher vorallem der eigentliche Vorgang des Keyings.


Nur gerade diese Punkte sind technisch sehr aufwändig, man versuche erstmal eine gleichmäßige Ausleuchtung von einer großen Fläche, da braucht man zig Lampen und dann soll gleichzeitig nix von dem grünen Licht auf den Vordergrund kommen, puhh :cut


6m Abstand wird empfohlen, den man mindestens haben sollte. Ergo braucht man für professionelle Aufnahmen schonmal mindestens Turnhallengröße :L


greetz
Poison Nuke

 Poison Nuke  *

#2 Verfasst am 21.05.2010, um 17:53:12



aus der praktischen Erfahrung heraus:

ich hab nun einen 3*5m großen Greenbox "Vorhang", also eigentlich ist es einfach Molton das offiziell als Greenbox Stoff verkauft wurde. Es ist auch schön knallgrün (wie es sein muss) und moltontypisch schön matt und undurchsichtig, also an sich ideal und schön günstig mit 75€ für 3*5m. (professioneller Greenscreen Stoff in den Abmessungen kostet zwischen 500-1000€ :cut)


das größte Problem ist nur, das dann auch wirklich richtig grün zu bekommen, dass man keine Schatten und Farbverläufe mehr sieht.
Ich hatte mit 4 80W PR-Strahler geholt, welche reines Grün abstrahlen. Damit konnte man die Fläche schonmal ein klein wenig aufhellen in Richtung grün, aber halt auch nicht viel.

Bei der anschließenden Aufnahme war der Farbton dennoch recht dunkel (in RGB war es fast exakt 0% R, 50% G und 0%) und es war nicht mehr so wirlich einfach, da noch den passenden Chromakey zu finden, zumal es noch recht ungleichmäßig ausgeleuchtet war. idealerweise müsste man Grün auf 100% bringen, also kräftig selbstleuchtendes Grün, ohne dass es ins Weiß driftet.

Wenn ich das nächste mal eine Greenscreen Aufnahme mache werde ich mir wohl neue Strahler holen, irgendwas im Leistungsbereich von ein paar tausend Watt bis zehntausend Watt (viele Strahler), oder eventuell reine LED Strahler, nur das könnte noch viel teurer werden, aber dafür hätten LED Strahler exakt den richtigen Farbton.




Auch den Spill (grüne Ränder am Darsteller) ist bei derzeit 3m Abstand zum Greenscreen nicht so einfach wegzubekommen, ich hatte einen Lila Strahler hinter dem Darsteller, welcher das Grün von der Rückwand kompensieren sollte, aber das reichte nicht, allein weil der Winkel nicht reichte. Man muss vermutlich direkt neben dem Greenscreen dann schon solche Strahler anbringen, oder der Abstand muss noch viel größer werden. Ich denke letzeres dürfte wohl das zielführendste sein. Allerdings muss man da auch wieder aufpassen von der Lichtstärke her, sonst wird der Farbsaum lila und das bekommt man dann noch schlechter weg. Den reinen Spill bekommt man recht effektiv mit einer Spillkompensation weg.



also echt nicht einfach das Thema, vorallem das Lichtsetup ist eine umfangreiche und teure Herausforderung, selbst für einfache Shots.


greetz
Poison Nuke

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