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PN's Forum \ Computer \ Software \ Betriebssysteme \ Linux \ Warum (open)Suse Schrott ist... Versuch einer sachlichen Argumentation


 Poison Nuke  *

#1 Verfasst am 12.03.2013, um 20:15:45



Heute war mal wieder so ein Tag... es hätte so "ruhig" sein können, um genau zu sein es war eh schon viel zu tun... aber so ein dämlicher Suse-Server hat einem dann doch noch den ganzen Tag versaut, nur wegen einer Kleinigkeit.

Hier daher einfach mal ein kleiner Thread für alle die noch nicht so viel Erfahrung mit Linux haben und sich fragen, welche Distri man auf jeden Fall nicht nehmen sollte, wenn man seine Nerven schonen will.

Nach über 7 Jahren als Admin in einem Rechenzentrum mit mehreren zehntausend Servern, hauptsächlich natürlich Linux, denke ich kann ich behaupten mich ziemlich gut mit sämtlichen Distributionen aus zu kennen.


Ich fange mal mit dem heutigen Tag an.

Aufgabenstellung
ein bestehendes openSuse 11.4 System mit Kernel 2.6.37 sollte von SingleDrive auf SoftwareRAID1 erweitert werden.

theoretische Durchführung
Normalerweise eine simple Aktion.... rescue, toggle fd, mdadm create, fsck, resize, mount, fstab, mtab, mdadm, kernel, mkinitrd, grub, reboot, dd sdb, fdisk, mdadm add, überwachung anpassen und alles gut. Regulär eine Aktion von 15-30min je nach Dauer des fsck.

praktische Durchführung
nach dem reboot meldet Suse einfach nur, /dev/md0 ... ? kenn ich nicht!
Ok, zurück zur Rescue. Die meckert es gibt zwei identische Superblöcke auf /dev/sda und /dev/sda2 und das gleiche auf sdb

WTF ?
mdadm -Es spuckt einem zwei Arrays aus, beides md0.
Klar hier kommt es zum Konflikt.


Was war passiert?
eine genaue Analyse ist mir nicht möglich, aber zumindest hat Suse beim booten das Array gefunden, dann aber war es der Meinung es erstellt mal eben ein komplett neues Array mit den vollständigen Festplatten statt den einzelnen Partitionen. Da am Anfang der Festplatte ein SwapSpace war, ging das aber schief und Suse hatte nix zum mounten.

Zurück in der Rescue war der ext3 Superblock ebenfalls zerstört, es war nicht mehr möglich die Partition zu mounten.

Es war notwendig die gesamte Partition zurück auf 83 zu toggeln, zu checken (dabei gab es eine Menge falscher Group Discreptoren, was bei so einer Aktion eigentlich ungewöhnlich ist), zu resizen und dann eigentlich von vorne.

Erst ein Kopieren mittels cp -av auf ein komplett neues Array auf neuen HDDs brachte Besserung. Man könnte denken es hätte noch Superblöcke auf den HDDs gegeben, aber die HDDs waren neu und hatten keine Superblöcke und auch beim zweiten Versuch wo dann alles mittels mdadm --zero-superblock und dd /dev/zero clean gemacht wurde, brachte keine Besserung.




Weitere Suse-only Probleme
grub 1 kennt regulär nur ein Device. Der Yast2-Bootloader weigert sich die zweite HDD hinzuzufügen. wenn man die device.map manuell erstellt kann man aber den Grub auch auf die zweite HDD installieren.
Das Yast2 Bootloader Tool ist aber an sich so oder so sehr anfällig und spuckt gerne mal bezugslose Fehler aus, obwohl alles passt.

Aber gut dass es Grub2 gibt, der funktioniert unter Suse wenigstens so wie er sollte. Blöd nur das Yast2 einem nicht erlaubt Grub1 zu entfernen ohne größere Abhängigskeitsprobleme.




Yast(2) - Windows für Linux?
Was das Yast2 soll hab ich mich nebenbei bemerkt schon immer gefragt. Es ist mit Abstand das am umständlichsten zu bedienende Tool überhaupt, welches nur Probleme macht, weil es meint alles selbst besser zu können.

Das schlimmste ist die Navigation... es ist schier unmöglich mit der Tastatur die richtigen Elemente auf Anhieb zu treffen. Und eine Maus gibt es nicht bei einem Server und gehört auch nicht dort hin, da es nur massive Ressourcenverschwendung, Sicherheitsrisiko und Behinderung des Workflows bedeutet.

Mal ganz davon abgesehen dass es auch unübersichtlich ist. Ob ich mich da ewig durch Menüs durchklicke um was zu finden oder durch ein paar Konfigfiles, das macht keinen Unterschied rein von dem was man sich merken muss. Nur das man per Console und vi um ein vielfaches schneller und effektiver ist.

Aber ein vi gibt es bei Suse ja eh nicht standardmäßig, muss man ja erst nachinstallieren. Noch ein Argument mehr warum es kein ernsthaftes System ist, wenn es nicht von Haus aus ohne das man extra was anhaken muss, einen gescheiten Editor mitliefert.



Installation - bei Suse nur mit Fallstricken
wer die Installation im Textmodus startet, hat mit Suse eh verschissen. Gut das IPMI/KVM/iDRAC usw wenigstens eine Mausemulation bieten.
Die Übersichtsseite ist wenigstens mal ganz nett. Aber man muss vorsichtig sein wenn man klickt, schnell geht mal ein Klick daneben durch eine träge Oberfläche und das ganze startet ohne das man es wollte.
Die Partitionierung ist auch nur unnötig schwer gemacht. Die vordefinierten Layouts sind schwachsinnig und Realitätsfern. Und ein SoftwareRAID zu definieren kann einem das ein oder andere Haar kosten, da die dafür nötigen Menüs ziemlich verschachtelt sind.

Nervig ist dann auch, dass Suse einem keine Wahl am Ende der Installation lässt, das Internet zu nutzen. DHCP funktioniert in dem Stadium nur sehr unzuverlässig, und es gibt Situationen da musste man in der Installation andere IPs definieren als am Ende benötigt.
Das Setup bietet einem zwar die Option abzubrechen, allerdings funktioniert das nicht. Man wartet 60sek, in denen die Oberfläche eingefroren ist, klickt erneut auf abrechen, wartet wieder 60sek und irgendwann kapiert das Setup das wirklich kein Internet da ist und lässt einen weitermachen....


Labels und UUIDs ... bei Suse in Vollendung
nichts gegen UUIDS und Labels, gibt vereinzelt (!) Situtionen wo es nützlich ist. Aber grundsätzlich stören sie einfach nur. Labels sind nie eindeutig, können doppelt vorkommen oder überschrieben worden sein und es ist nicht nachvollziehbar, welches Label wohin gehört. Es ist Unübersichtlich und umständlich.
UUIDs sind zwar eindeutig, aber wenn sich mal was ändert, dann ist es ziemlich aufwändig die Einträge anzupassen, insbesondere fstab usw.
Erheblichst robuster und einfacher ist der Umgang mit den Systembezeichnungen (/dev/sda) usw, diese funktionieren zu 99% immer zuverlässig und es ist immer eindeutig was was ist. Allerdings ist es nicht einfach, Suse davon zu überzeugen, UUIDs und Labels komplett zu vergessen. Das kann einem schon viele Nerven kosten und einige Kernel Panics.


Installation von Drittanbieter-Software
...kann einem weitere graue Haare bedeuten. Als Beispiel Suse 12.4, und Plesk 11 mit postfix. Auf einem gescheiten ServerOS werden automatisch von der Paketverwaltung alle Abhängigkeiten sauber aufgelöst und installiert. Bei Suse hingegen fehlt erstmal die Hälfte, und die Postfix-Konfig musst für das System speziell angepasst werden und eh Postix dann mal so wirklich läuft, kann auch ein extrem erfahrener, gelernter Profi, der das über ein Jahrzehnt tagtäglich macht, einen ganzen Tag benötigen.



Netzwerkmanager und SSH
Warum man bei einem ServerOS SSH manuell installieren muss und dann auch noch manuell in der Firewall freigeben muss, erschließt sich mir nicht ganz. Was verstehen die Entwickler am Begriff "Server" nicht
Die Netzwerkkonfiguration ist auch etwas "gewöhnungsbedürftig" und umständlich. Wenn es dann aber wenigstens immer funktionieren würde. Aber nein selbst wenn man es korrekt nach "Plan" mit Yast2 einrichtet, kommen entweder die Routen nicht hoch, oder das ganze Interface hängt einfach usw.
Wenn man den Netzwerkmanager deaktiviert und die Konfig manuell per /etc/sysconfig/network-scripts macht, dann ist man zehnmal schneller und klappte bisher immer einwandfrei.



So, für heute reicht das erstmal. Genug aufgeregt. Lieber mit einem ernsthaften ServerOS ala Debian, RedHat/CentOS oder Ubuntu arbeiten, das spart einem viel Nerven. Ok Ubuntu ist manchmal auch interessant... die müssen ja auch immer das neuste vom neusten einbauen, auch wenn es noch nicht voll ausgereift ist. Da lob ich mir CentOS und Debian. Zuverlässig, langfristig planbar und durchdacht im Aufbau.
Und wer nicht produktiv arbeiten muss, der kann sich auch mal Gentoo anschauen, eventuell noch Fedora (eine Art Debian Sid auf der CentOS Schiene), oder auch FreeBSD (Wobei das auch durchaus für produktiven Einsatz geeignet ist)


greetz
Poison Nuke

bearbeitet von Poison Nuke, am 12.03.2013, um: 20:17:56


TimB

#2 Verfasst am 12.03.2013, um 20:37:18



Also mir gefällt Suse auch nicht. Es ist aber auch schon ein Paar Jahre her, dass Ich es mal benutzt habe/benutzen musste


Poison Nuke schrieb:
Nur das man per Console und vi um ein vielfaches schneller und effektiver ist.



Wenn man damit umgehen kann


Poison Nuke schrieb:
Und wer nicht produktiv arbeiten muss, der kann sich auch mal Gentoo anschauen,



Also Ich bin schon an der Installation gescheitert


"Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen" (Walter Röhrl)

 Poison Nuke  *

#3 Verfasst am 12.03.2013, um 21:43:30




TimB schrieb:

Poison Nuke schrieb:
Nur das man per Console und vi um ein vielfaches schneller und effektiver ist.



Wenn man damit umgehen kann



fügen wir dem ganze noch nano hinzu, das gibt es per Default auf Suse auch nicht
dafür gibt es von Haus aus einen mc



Zitat:
Also Ich bin schon an der Installation gescheitert


hm, also eigentlich ist die sogar relativ selbsterklärend, find ich persönlich angenehmer als sogar bei RedHat. Sicherlich ist Gentoo schon etwas interessanter, da weniger vorgegeben ist, aber dank emerge, was ähnlich einfach und gut ist wie aptitude, sind viele Dinge mit wenig Aufwand zu lösen. Und bisher ist es auch meine Lieblingsdistribution wenn es um Rescueaufgaben geht.

Da kann eine FreeBSD Installation einem beim ersten mal schon mehr Kopfzerbrechen bereiten. Die Installation ist zwar in der gesamten Server-Welt mit die schnellste, wenn nicht sogar Die schnellste, aber die ein oder andere Menüoption ist nicht immer sofort selbsterklärend


greetz
Poison Nuke

bearbeitet von Poison Nuke, am 12.03.2013, um: 21:44:46

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