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PN's Forum \ weitere interessante Themen \ Autos \ Abarth Spider 124


 Poison Nuke  *

#1 Verfasst am 01.11.2017, um 15:30:50



Ich hatte vor ein paar Wochen das Vergnügen mit dem günstigen Spaßauto aus Italien. Optisch macht der Abarth ja einiges her mit der schwarz-roten Optik. Das können sie, die Italiener. Auch der Sound ist ziemlich nett. Brabbelt beim Runterschalten zwar nicht so sehr aber blubbert dafür schön

Leider war es das auch schon fast

Ergonomie ist das allerletzte. Die Kiste ist unbequem, für mich viel zu klein (mein Kopf schaut oben aus dem Auto raus bei offenem Verdeck). Damit ich einigermaßen ans Lenkrad komme (weit entfernt von optimaler Haltung) schlagen meine Knie am Armaturenbrett an, die Seitenspiegel sind so weit hinten, dass Schulterblick und Blick in den Seitenspiegel die gleiche Kopfdrehung erfordern. Die analogen Anzeigen sind wenig hilfreich. Der Drehzahlmesser ist halt das wichtigste Element, Geschwindigkeit kann man bei dem Auto nur schätzen, es gibt keine digitale Anzeige und der analoge Messer ist ... naja, sehr grob unterteilt (und geht viel zu weit nach oben, wozu braucht man 270 wenn die Kiste eh nur 210 bei Rückenwind fährt. Ansonsten gibt es eine kleine digitale Anzeige, bei dem man aber den Durchschnittsverbrauch nicht zurücksetzen kann (der im übrigen so bei ~10 Liter bei gemäßigter Fahrweise liegt). Viel mehr gibt es im Kombi-Instrument nicht zu sehen.

Infotainment... ähm lassen wir den Begriff weg. Es ist zwar ein Touchscreen aber außer Radio und Telefon kann es nix. Navi ist keins installiert. Und so ein kurzes Options-Menü hab ich auch schon lang nicht mehr gesehen

Die Automatik ist auch gewöhnungsbedürftig, man musste erstmal rausfinden, dass die Umschaltung zwischen Sport und Normal nur mit 3sek Drücken eines unscheinbaren winzigen Kipphebels funktioniert. Hingegen ESP/Traction geht instant komplett aus bei einmaligen Drücken. Ansonsten schaltet sie aber brauchbar schnell für nicht Doppelkupplung.

Was am meisten auffällt, das Auto ist echt billig verarbeitet. Alles klappert und wackelt irgendwie. Wenn man die Motorhaube schließt (muss man mit Schwung machen), dann hat man das Gefühl die Stoßstange kommt einem entgegen. Tankdeckel klingt wie eine Blechdose. Das Öffnen und Schließen des Verdecks geschieht manuell und da hat man echt am meisten Angst, das man irgendwas kaputt macht. Viele wichtige Teile sind aus Plastik, mir kam dann beim Schließen sogar der Plastik-Hebel entgegen... der ist einfach nur aufgesteckt.

Kommen wir zum Fahren: da die Ergonomie so schlecht ist, fühl ich mich allgemein nicht so gut in dem Auto, aber der Sound macht in jedem Fall einiges wett. Gut klingt er, das muss man ihm lassen, besser als der TT TFSI. Fahrwerk ist aber viel weicher als beim TT, aber wenigstens relativ stabil. Was mir Angst macht: das ABS reagiert erst mit einer Verzögerung von 1-2 Sekunden. In der Zeit blockieren alle Reifen und man kommt schön ins unkontrollierte Rutschen. Macht auf der Autobahn bei einer Vollbremsung keinen Spaß. Hilft aber wenn man quer fahren will. Und das ist der größte Pluspunkt von dem Fahrzeug:


Wenn man die Traktionskontrolle ausschaltet, dann kann man mit dem Gerät wenigstens etwas driften. Aufgrund der geringen Motorleistung kann man das Heck relativ kontrolliert kommen lassen, wenn man in entsprechenden Kurven unterwegs ist. Meistens aber reicht die Leistung nicht aus für einen schönen Powerslide und man muss erstmal "herkömmlich" die Hinterachse zum Ausbrechen bewegen, da der Abarth minimal zum Untersteuern neigt.
Wenn man es dann doch schafft und außversehen über eine Bodenwelle driftet und sich dadurch in der Luft dreht und rückwärts aufsetzt, dann straft einem die Motorelektronik mit einer Zwangspause von ca. 60sek ab, weil man den Motor einerseits abgewürgt hat dabei und der sich kurzzeitig rückwärts gedreht hat ehe ich den Fuss auf die Kupplung bekommen hatte.

Aber für "richtiges" Fahren passt das Fahrwerk irgendwie nicht. Mir fehlt die direkte Rückkopplung über Lenkung und Fahrwerk. Da ist der Audi TT um Welten besser.

Auch das Gaspedal an sich ist wesentlich träger als beim Audi. Wenn man beim TT stempelt dann passiert auch bei höheren Geschwindigkeiten was. Beim Abarth dauert das irgendwie, selbst wenn der Motor auf 4000 oder so dreht.

Das es ein Spaßauto ist sieht man auch am Kofferraum: eine Kiste Bier passt rein, mehr nicht. Das ist schon etwas arg wenig, selbst für einen kurzen Wochenendausflug.

Insgesamt also bisher eine interessante Erfahrung, aber ich denke einmal reicht mit dem Auto. Wieso der 40.000€ wert sein soll, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Denn es ist kein Auto für den Track, richtig gut driften kann man mit dem auch nicht, es ist unbequem wie Hölle und absolut nur bei Sonnenschein fahrbar (denn man hat als normal-großer Mitteleuropäer kein Platz bei geschlossenem Verdeck).


greetz
Poison Nuke

bearbeitet von Poison Nuke, am 01.11.2017, um: 15:42:30

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